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Zu meinem Werdegang, zum Singen
Eigentlich habe ich schon immer gesungen. Als Kind im Krippenspiel,
als Vorsängerin einer Gruppe finsterer Gesellen, die den Winter darstellen
sollten, als Mitglied des Grazer Opern-Extrachores in Turandot und daneben
Klavierspielen - Klaviermusik hören.
Ich bin sozusagen mit Brendel und Gulda aufgewachsen, habe sie oft live
erlebt.
Brendel konzentriert spielend eine fleißig übende, technisch versierte
Musik überdenkendes, Gulda exzessiv immer überraschend manchmal überspannt
und mit himmlischem Anschlag, geradezu übermenschlich.....
Und das Stimmen hören wurde immer mehr zum Bedürfnis, wobei der lebendige
Eindruck im Opernhaus beim Liedgesang oder in der Aufführung sakraler
Musik das Wichtigste ist. Da spürt man die Präsenz der Künstler:
Christa Ludwig-Mahler, Kindertotenlieder;Teresa Berganza, nur Stimme
und Gitarre, ein puristisches Erlebnis; die Übermutter Caballe in einer
launigen Reise nach Reims; Edith Mathis als Stimmverkörperung des Reinen
und Klaren; die Grubova in den Puritani im rasanten Auf und Ab ihrer Läufe,
Koloraturen, Triller und wieder des leisesten piano, das man nur glauben
kann, wenn man es tatsächlich erlebt hat.
Die Liedliteratur hingegen kann ich gut von CD zu Hause hören. Eine
Elly Amding, Barbara, Bonney, Angelika Kirchschlager u.a. suggerieren
mir durch ihren stabilen Stimmsitz und die leichte Art die Töne zu verströmen,
einfach die richtige Art des Singens - scheinbar mühelos. Ein Vergnügen
für den Hörer.
Hörbeispiele: Gulda Various, Brendel, Trompetenkonzerte M. Andrè, Klavierkonzert
Argenich, Elly Ameling the early records, B. Bonney Mendelsohn Lieder,
Kathleen Battle in Concert (Levine), Mitsuko Shirai Liszt Lieder (Höll),
Yvonne Menton Les nuits d'ètè (Berlioz), Angelika Kirchschlager, Mahler
Komgold
Was ist eine schöne Stimme?
Diese Frage kann nur jeder für sich beantworten, die Kriterien Vibrato-Timbre-tragend-stark-weich
etc. müssen in einer dem persönlichen Ohr angenehmen Mischung vorhanden
sein. Die Erscheinung des Sängers, die Präsenz vor allem hat wesentlich
daran Anteil, ob einem die "Stimme" sympathisch klingt oder weniger. Die
ganz Person muss einen positiv ansprechen und man muss spüren, dass das
Musizieren ein Hauptanliegen ist.
Susanne Storz-Frischenschlager
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